zum content
Schriftgröße klein | mittel | groß
Link verschicken   Drucken
 

Gartennetzwerk Bayern

„Nutzen, Zier und Lebenslust: Gartenkultur in Bayern ist vielfältig!“
Sabine Freifrau von Süsskind, Schloss Dennenlohe


Von einem Park in den nächsten: Das Bayerische Gartennetzwerk erleichtert Naturliebhabern die Suche nach den schönsten Gärten im Freistaat. Die innovative Idee für eine Karte voller Geheimtipps für Gartenbesucher ging von Schloss Dennenlohe aus. Das liebevoll gepflegte Ensemble mit seinem opulenten Schlosspark führt jährlich zahlreiche Besucher aus Nah und Fern ins Frankenland.


Dem guten Beispiel folgend, sollen Interessierte gezielter nun auch an andere Attraktionen der reichen bayerischen Gartenkultur herangeführt werden: Rund 30 sehenswerte Anlagen - botanische, private, Kräuter-, Kloster und Staudengärten sowie Kur-, Stadt-, Schloss- und Landschaftsparks sind miteinander vernetzt worden. Diese Auswahl an Bayerns Gartenjuwelen werden in einer Garten-Netzwerk-Karte vorgestellt und geben viele Anregungen für die Planung von Gartenbesuchen im Südosten Deutschlands. Nahezu alle Gärten laden zu saisonalen Veranstaltungen und attraktiven Führungen ein.

 


Gartenbegeisterte können sich neben allgemeinen Hinweisen wie Öffnungszeiten, Speise-, Spazier- und Einkaufsmöglichkeiten auch über die Intention der Initiatoren sowie die Bayerische Gartengeschichte informieren. Die Garten-Netzwerk-Karte ist anlässlich der Auftaktveranstaltung des Bayerischen Gartennetzwerks seit dem bundesweiten Gartenwochenende „Lust am Garten – Tag der Parks & Gärten“ im Juni 2008 für jedermann erhältlich (bei allen bayerischen Touristinfos oder bei allen teilnehmenden Gärten).


Gartenkunst in Bayern hat Tradition
Die Entwicklung der Gartenkunst hängt gerade in Bayern eng mit der Bedeutung von Klerus, Adel und Bürgertum zusammen. Nachdem sich die Klostergärten von reinen Nutzgärten im Mittelalter zu Lustgärten des Rittertums wandelten, wurde der Garten zum Prestigeobjekt der Herrschenden und Gutsituierten. Aus diesem Grund tragen in Bayern nicht nur die vielen verschiedenen Königs- und Fürstentümer sowie zahlreichen Bischofssitze zu einem vielfältigen Gartenerbe bei, sondern auch ein kunst- und kulturinteressiertes Bürgertum. In Franken dominieren die Gärten der bischöflichen Residenzen Aschaffenburg, Bamberg, Würzbug und Veitshöchheim und die Grünanlagen der Fürsten von Ansbach, Bayreuth und Coburg, während in Ober- und Ostbayern überwiegend die Kurfürsten und Könige aus dem Hause Wittelsbach in München, Schleißheim, Dachau, Feldafing, Linderhof und Herrenchiemsee prächtige Gärten anlegten. Aber auch das Bürgertum stellte seine Macht zur Schau: Im bayerischen Schwaben pflanzten die Fugger, die wohl einflussreichste Geschäftsfamilie Augsburgs, mehrere Gärten und auch der reichste Schwabe seiner Zeit - Gottlieb Freiherr von Süsskind - schuf Gartenparadiese in seinen bayerischen Schlossanlagen. Diese bürgerliche Gartenkultur entstand erstmals in der Renaissance nach dem Vorbild antiker, römischer Villengärten. Neben Augsburg blühten im 15. und 16 Jahrhundert auch in anderen Reichstädten wie Nürnberg die ersten bürgerlichen Privatparks auf. Im Barock und Rokoko stellten Gärten eher ein Machtsymbol der Herrschenden dar. Bestes Beispiel hierfür ist die Eremitage in Bamberg mit ständig wechselnden Einsichten, Grotten und Wasserspielen, die sich am Hofleben in Versailles orientierte. Besonders beliebt war in den Gärten des Rokoko auch das Sammeln von Pflanzen und Anomalien. Aus dieser Tradition heraus entstanden in Süddeutschland die Gartenzwerge. In ganz Bayern und Franken schufen herausragende Gartenkünstler, Architekten und Bildhauer ihrer Zeit wie Balthasar Neumann, Dominique Girad, Joseph Effer, Friedrich Ludwig von Sckell, Leopold Retti oder Karl von Effner für fürstliche Bauherren Anlagen, die einen hohen künstlerischen Anspruch hatten und damit die Gartenkunst bedeutend weiterentwickelten. Noch heute sind viele dieser Werke erhalten, stehen mittlerweile unter Denkmalschutz und öffnen sich zunehmend für Besucher.

 


In den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wandelten sich die Nutzgärten nach amerikanischem Vorbild zu Wohnflächen mit Sandkasten, Grill und Hollywoodschaukel. Wer einen gewissen Wohlstand genoss, der wollte sich nicht mit Gartenarbeit die Hände schmutzig machen. Erst in den 80ern kehrte man im Rahmen eines neuen ökologischen Denkens zurück zur Gartenkultur des 19. Jahrhunderts. In dieser Zeit führte Bayern zusammen mit Baden Württemberg als erstes Bundesland eine Landesgartenschau ein, die die Lebensqualität in den Städten verbessern und Gartenliebhaber inspirieren sollte. Auch in Bayern öffnen in den letzten Jahren immer mehr Privatgärten für Besucher ihre Tore.


Kontakte:
Gartennetzwerk Bayern
Schloss und Gartenverwaltung
Dennenlohe 1
91743 Unterschwaningen

 

Tel. 09836-96888

www.gartennetzwerk-bayern.de

 

 

Service:

  • folgt